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Retrospektive Isaac Julien

The Attendant / Derek

HFF Kino 1

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Isaac Julien, Film still from "The Attendant", 1993, Single-screen installation, colour, 35mm film, sound, 10 Min., Courtesy Isaac Julien, Victoria Miro Gallery, London, Metro Pictures, New York, Galería Helga de Alvear, Madrid

Isaac Julien, The Attendant

(GBR 1993, 7 Min. 59 Sek., 35mm, enOF)

Ort des Geschehens in The Attendant (1993) ist ein Museum, genauer gesagt Wilberforce House im englischen Hull, das der Geschichte der Sklaverei gewidmet ist. Das Museum, das wirklich in Hull steht, wird durch Isaac Julien zu einem surrealen Ort. Thema des Films sind die sexuellen Fantasien eines schwarzen Museumswärters mittleren Alters, die durch eine junge weiße Besucherin hervorgerufen werden. Die Geschichte findet größtenteils abends statt, wenn das Museum geschlossen hat. Während der Wächter durch die Ausstellungsräume läuft, wird das riesige Gemälde „Sklaven an der Westküste Afrikas\" des Franzosen François-Auguste Biard aus dem 19. Jahrhundert zum Leben erweckt. Die melodramatische Szene eines weißen Herrn, der sich über eine sterbende schwarze Sklavin beugt, verwandelt sich in eine zeitgenössische sadomasochistische Orgie in Lack und Leder ... Eine andere Filmszene spielt in einem Saal, in dem Soft-Core-Zeichnungen von Tom of Finland hängen, einer der vielen Bezüge in dem Film zur zeitgenössischen Kunst.


Holland Cotter, The New York Times (24. November 2006), über. v. Sabine Hentschel

 

 

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"Isaac Julien and Tilda Swinton at Derek Jarman's grave", Photograph: Nina Kellgren, Courtesy Isaac Julien

Isaac Julien, Derek

(GBR 2008, 78 Min., Digital Video, enOF)

In seinen Filmen, die ein Sinnbild für seine Generation sind, stellt Derek Jarman immerzu Zeit und Kunst in Frage. Jarman war Maler in einer Zeit, in der das London der 60er Jahre die Kunsthauptstadt der Welt war. Jarman war jedoch auch Filmemacher, womöglich eine der bedeutendsten Figuren des britischen Independent-Films in den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern. Als Homosexueller genoss er die Freuden der Gay-Liberation-Bewegung und erlebte die Tragik von AIDS und hielt als teilnehmender Beobachter all das mit Stift oder Kamera fest, was sich vor seinen Augen abspielte - von Punk bis Margaret Thatcher.

Heute dienen diese Bilder dazu, seine Kunst in seiner Zeit zu verorten. Es gibt jedoch auch Bilder von Jarman selbst, als er verstärkt Medienaufmerksamkeit erlangte, und - das Band, das alles zusammenhält - ein ganztägiges Interview mit Colin MacCabe aus dem Jahr 1990. Es ist seine Flaschenpost, eine Bestandsaufnahme seines Lebens aus dem Blickwinkel seines Todes, ein Talisman für die Zukunft.

Das Hier und Jetzt wird in Isaac Juliens Dokumentarfilm durch einen Brief von Tilda Swinton an Jarman dargestellt, den sie als Stimme aus dem Off liest - ein betörender Erzählfaden durch den Film, der Jarmans Leben näher an eine neue Generation, an ein neues Publikum führt.

27.04.2013, 15:00 Uhr

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